Final Fight 2 erschien 1993 für das Super Nintendo Entertainment System, ohne dass eine Arcade-Version dahinterstand. Das ursprüngliche Final Fight war zuerst ein Automatenspiel. Dieses hier wurde von Capcoms Consumer-Abteilung für die Heimkonsole entwickelt, und dieser Umstand prägt alles an ihm.
Haggar kehrt zurück, ohne Cody oder Guy
Das Erste, was man wissen muss, ist, wer fehlt. Cody und Guy, die beiden anderen Helden des Originals von 1989, sind weg. Nur Mike Haggar, der ringende Bürgermeister von Metro City, kommt als spielbarer Charakter zurück.
Capcom ersetzte sie durch zwei neue Kämpfer. Carlos Miyamoto ist ein südamerikanischer Kampfkünstler japanischer Abstammung, der für seinen Special Move ein Schwert trägt. Maki Genryusai ist eine weibliche Meisterin der fiktiven Bushin-ryū-Ninpō-Schule, was sie zu einer engen Entsprechung von Guys Stil aus dem ersten Spiel macht.
Die Handlung gibt ihnen einen Grund zu reisen. Die überlebenden Mitglieder der Mad-Gear-Bande haben sich unter einem neuen Anführer namens Retu neu formiert und Guys Verlobte Rena sowie ihren Vater Genryusai entführt, der Guys früherer Sensei war. Maki ist Renas jüngere Schwester. Sie ruft Haggar an, und er bringt Carlos mit.
Zwei Spieler, sechs Stages, drei Charaktere
Die größte Verbesserung gegenüber der Super-Nintendo-Portierung des ersten Spiels ist der Koop-Modus. Final Fight 2 unterstützt simultane Zwei-Spieler-Action, ein Feature, das die frühere Heimversion nicht hatte. Ein Code erlaubt es beiden Spielern, denselben Charakter zu wählen, wenn sie wollen.
Jeder Kämpfer hat seinen eigenen Satz an Techniken. Haggar verwendet Profi-Wrestling-Moves. Maki kämpft mit Ninjutsu. Carlos schwingt ein Schwert. Die Kernschleife bleibt dieselbe wie im Original: zwei Haupttasten für Angriff und Sprung, beide zusammen gedrückt für einen Special Move, und eine dritte Taste kann stattdessen dieser Bewegung zugewiesen werden.
Man kämpft sich durch sechs Stages, jede an einem anderen Ort in Eurasien angesiedelt:
- Hongkong
- Frankreich
- Holland
- England
- Italien
- Japan
Die Reihenfolge ist wichtig, weil der Weg auf das Finale zuläuft. Nach den Kämpfen in Asien und Europa erreichen die drei Helden Japan und stellen sich Retu. Sie besiegen ihn, retten Genryusai und Rena, und Guy schreibt einen Brief aus dem Ausland, in dem er ihnen dankt.
Zerbrechliche Trommeln und eine Guy-Puppe
Das Leveldesign orientiert sich eng am ersten Spiel. Man räumt Untergebene aus dem Weg und trifft am Ende jedes Abschnitts auf einen Boss. Nahrungsgegenstände und Bonuspunkte verstecken sich in zerbrechlichen Trommeln und Fässern.
Drei Waffen können aufgehoben werden: ein Tonfa, ein Stück Holz und ein Messer. Es gibt außerdem zwei besondere Gegenstände. Eine Genryusai-Puppe macht einen für begrenzte Zeit unverwundbar. Eine Guy-Puppe gibt einem ein zusätzliches Leben.
Wiederkehrende Gegnertypen tauchen durchgehend auf, genau wie im Original. Die Struktur ist bewusst vertraut. Capcom hat die Formel hier nicht neu aufgebaut.
Wo die Fortsetzung zu kurz greift
Final Fight 2 weicht in puncto Gameplay nicht stark vom Original ab. Aus Sicht dieser Zeitung ist das die zentrale Grenze des Spiels. Die Fortsetzung fügt einen zweiten Spieler und zwei neue Kämpfer hinzu, aber sie fügt keine neue Idee hinzu.
Die sechs Abschnitte sind unterschiedliche Orte, doch sie laufen im selben Takt ab: Wellen von Gegnern, dann ein Boss. Die Waffen und Puppen sind schöne Funde, aber sie ändern nicht, wie ein Abschnitt gespielt wird. Das Tonfa, das Holz und das Messer sind Variationen einer einzigen Aktion. Die Genryusai-Puppe kauft einem Zeit. Die Guy-Puppe kauft einem ein Leben. Keine von beiden verlangt, anders zu denken.
Was Capcom richtig gemacht hat, ist das Aufgebot. Maki ist die interessanteste Ergänzung. Ihr Bushin-ryū-Stil gibt dem Spiel neben Haggars langsamerem Ringen einen zweiten schnellen Kämpfer, und sie ist über ihre Schwester und ihren Vater direkt mit der Handlung verbunden. Carlos ist im Vergleich dünner. Die Quelle nennt sein Schwert für den Special Move und kaum mehr.
Die Einschätzung dieser Zeitung ist, dass der Zwei-Spieler-Modus der stärkste Grund ist, dieses Spiel der ersten Super-Nintendo-Veröffentlichung vorzuziehen. Beat ‚em ups leben von gemeinsamer Bildschirmzeit, und die frühere Portierung hatte überhaupt keinen Kooperationsmodus. Final Fight 2 behebt das.
Capcom folgte mit Final Fight 3, einer weiteren Super-Nintendo-exklusiven Fortsetzung, die Guy zurückbrachte. Keiner der neuen Charaktere aus Final Fight 2 kehrte zurück, obwohl Maki Jahre später in verschiedenen Capcom-Kampfspielen auftauchte. Das zeigt, wie das Unternehmen diese Besetzung sah. Ein Charakter überlebte den Ausflug. Der Rest nicht.
Die Virtual-Console-Veröffentlichung von 2009 auf der Wii gab dem Spiel weltweit ein zweites Leben. Diese Wiederveröffentlichung ist wichtig, weil Final Fight 2 in der Geschichte der Reihe leicht zu überspringen ist. Es steht zwischen dem wegweisenden Original und dem ambitionierteren dritten Teil und versucht nicht, einen der beiden zu übertreffen.
Was die Fortsetzung schafft
Final Fight 2 ist eine kompetente Fortsetzung, die auf Nummer sicher geht. Der Kooperationsmodus und Maki Genryusai rechtfertigen den Ausflug. Der Rest ist das erste Spiel mit einer neuen Karte und einem neuen Endgegner. Capcom baute ein solides Beat ‚em up für das Super Nintendo Entertainment System und hörte dort auf.
Diese Zurückhaltung ist nicht nichts. Der Kampf hält stand, die sechs Stages kommen gut voran, und die Zwei-Spieler-Option macht aus einem Solo-Grind etwas, das sich zu teilen lohnt. Aber eine direkte Fortsetzung sollte über ihre Vorlage hinausgehen, und diese wiederholt sie größtenteils. Die Trommeln, die Fässer, die Waffen und das Muster des Endgegners kehren unverändert zurück.
7,4 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.









