Resident Evil 7: Biohazard erschien im Januar 2017 für PlayStation 4, Windows und Xbox One. Es ist der erste Hauptteil der Resident-Evil-Reihe mit einer Ego-Perspektive. Man steuert Ethan Winters, einen Zivilisten, der auf einer verlassenen Plantage in Louisiana nach seiner Frau sucht, die von einer infizierten Familie besetzt ist. Nachdem Resident Evil 5 und Resident Evil 6 die Serie in Richtung Action gedrängt hatten, führte Capcom sie zurück zum Survival Horror. Das Ergebnis ist das stärkste Resident Evil seit Jahren.
- Titel: Resident Evil 7: Biohazard
- Entwickler/Publisher: Capcom (Capcom Development Division 1)
- Veröffentlicht: Januar 2017
- Plattformen: PlayStation 4, Windows, Xbox One, Nintendo Switch, PlayStation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch 2, iOS, iPadOS, macOS, Google Stadia, PlayStation VR
- Regie: Koshi Nakanishi
- Engine: Capcoms hauseigene RE Engine
- Wertung: 8,6/10
Trailer, via IGDBcom.
Ethan Winters und die Familie Baker
Ethan ist Systemingenieur. 2017 reist er nach Dulvey, Louisiana, nach einer E-Mail seiner Frau Mia, die seit drei Jahren vermisst wird. Er findet sie im Keller eines scheinbar verlassenen Hauses eingesperrt. Während ihrer Flucht wird Mia gewalttätig und greift ihn an, und er ist gezwungen, sie zu töten. Dann kommt sie zurück.
Eine Frau namens Zoe ruft an und bietet Hilfe an. Eine wiederbelebte Mia schneidet Ethan die linke Hand ab. Jack Baker, das Familienoberhaupt, überwältigt ihn und schleppt ihn in ein anderes Haus, wo Zoe die Hand wieder annäht. Ethan wird von Jack, seiner Frau Marguerite, ihrem Sohn Lucas und einer älteren Frau im Rollstuhl gefangen gehalten.
Jack kommt immer wieder zurück. Er regeneriert von Wunden, die ihn eigentlich töten müssten. Das ist der Motor des Grauens in diesem Spiel: nicht der erste Schrecken, sondern die Gewissheit, dass das, was man zu Boden streckt, wieder aufstehen wird.
Eine Ego-Perspektive, die ihren Platz verdient
Resident Evil 7 ist das erste Hauptspiel der Reihe, das eine Ego-Perspektive verwendet, und das zweite Spiel der Reihe, das eine einsetzt. Der Wechsel ist kein Gimmick. Er verengt den Bildausschnitt, und diese Verengung ist der Punkt. Ethan kann die Kamera frei drehen, sich in jede Richtung bewegen und zwischen Gehen und Sprinten wechseln. Er kann sich schützend decken, um Angriffe abzuwehren und Schaden zu verringern, und sich ducken, um durch enge Räume zu passen oder Schleichen zu nutzen.
Der Kampf ist bewusst schwach. Schusswaffen sind weniger mächtig als in den actionorientierten Titeln. Gegner sind zäher, können zur Seite ausweichen und blocken und bleiben nicht ewig liegen. Ethan ist ein Zivilist mit wenig Kampferfahrung. Er findet, was er finden kann: Taschenmesser, Kettensägen, Pistolen, Schrotflinten, einen behelfsmäßigen Flammenwerfer. Er kann aus der Hüfte schießen oder durch ein Zielfernrohr zielen und sich beim Schießen bewegen. Schaden zeigt sich als Blut auf dem Bildschirm und auf einem Codex an seinem Handgelenk. Kräuter und Erste-Hilfe-Lösung heilen ihn. Er hat acht Inventarplätze, dazu vier verbundene.
Diese Knappheit ist das Argument. Resident Evil 7 will, dass man flieht, nicht dass man den Raum säubert.
Molded, Serum und eine mit Fallen gespickte Scheune
Das Anwesen der Bakers ist von humanoiden Pilzkreaturen namens „Molded“ besetzt, die Ethan bei Sichtkontakt angreifen. Zoe offenbart, dass sie die Tochter der Bakers ist und dass sie, ihre Familie und Mia alle mit demselben Leiden infiziert sind. Ein spezielles Serum kann es heilen.
Ethan geht zu einem alten Haus, um die Zutaten für das Serum zu holen, und tötet Marguerite. Er sieht Visionen eines unbekannten jungen Mädchens. Lucas fängt Zoe und Mia und zwingt Ethan, eine mit Fallen gespickte Scheune zu durchqueren, um sie zu finden. Ethan überlistet Lucas, der flieht, und befreit beide Frauen. Zoe stellt zwei Dosen her. Jack, nun schwer mutiert, greift an, und Ethan setzt eine Dosis ein, um ihn endgültig zu töten.
Dann fordert das Spiel ihn auf, zu wählen: Mia heilen oder Zoe heilen. Wählt er Zoe, bleibt Mia mit gebrochenem Herzen zurück, obwohl Ethan verspricht, Hilfe zu schicken. Er und Zoe entkommen mit dem Boot, und Zoe verrät, dass die Bakers infiziert wurden, nachdem Mia angekommen war. Zwei herunterladbare Szenarien folgten, Not a Hero und End of Zoe.
Die RE Engine und was sie verändert hat
Resident Evil 7 ist das erste Spiel in voller Länge, das Capcoms hauseigene RE Engine verwendet. Die Entwicklung wurde von Koshi Nakanishi geleitet, der Resident Evil: Revelations inszenierte. Ein Jahr vor der Ankündigung auf der E3 2016 zeigte das Team das Spiel als Virtual-Reality-Demo namens Kitchen. Das Team stützte sich auf The Texas Chain Saw Massacre (1974), The Evil Dead (1981) und Saw (2004), reduzierte das Spiel auf einen Schauplatz und nutzte die Ego-Perspektive, um die Spieler in ihn hineinzuversetzen. Sonys PSVR-Headset unterstützt einen VR-Modus.
Die Entscheidung für einen einzigen Schauplatz ist die klügste Entscheidung hier. Ein Anwesen, eine Familie, ein Problem. Resident Evil 5 und Resident Evil 6 weiteten die Karte immer weiter aus. Resident Evil 7 schließt sie.
Das Urteil über Resident Evil 7
Resident Evil 7 ist das Beste, was Capcom mit dieser Reihe gemacht hat, seit es aufgehört hat, seinen eigenen Monstern zu vertrauen. Die Ego-Perspektive ist keine Nostalgie für die frühen Spiele. Sie ist ein Werkzeug, um einen Zivilisten wie einen Zivilisten wirken zu lassen. Die Bakers sind der Grund, warum es funktioniert. Jack, der sich regeneriert, Marguerite im alten Haus, Lucas und seine Scheune — jeder Einzelne verwandelt einen Raum in ein Problem, aus dem man sich nicht herausschießen kann.
Die schwächeren Teile sind real. Die Wahl zwischen Mia und Zoe wirkt wie eine Binärentscheidung, auf die das Spiel nicht genug hingearbeitet hat, und die zweite Hälfte stützt sich stärker auf Kämpfe als auf den geduldigen Schrecken des Anfangs. Die Molded sind eine dünnere Idee als die Familie, der sie dienen. Aber das sind Beschwerden über ein Spiel, das die schwierige Sache richtig gemacht hat.
Die schwierige Sache ist Zurückhaltung. Resident Evil 7 reduziert sich auf einen Schauplatz, schwächt die Waffen und lässt die Angst die Arbeit tun. Es ist ebenso sehr Horror wie Survival, und es minimiert das Schießen, ohne die Spannung zu verlieren. Capcom baute die RE Engine für dieses Spiel, den ersten Titel in voller Länge, der sie verwendet, und die Reihe baut seitdem auf diesem Fundament auf.
8.6/10.
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