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Das N64-Spiel Mario Tennis verbarg seine beste Idee hinter zwei Tasten

Mario Tennis auf N64 beweist noch heute, dass zwei Tasten ein ganzes Spiel tragen können. Ein Blick in Camelots Schlag-System, Ring Shot, Piranha Challenge und Waluigis Debüt.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A cheerful hero and his friends contend upon a court, arm raised, in a scene of merriment and skill.

Mario Tennis erschien im Jahr 2000 für den Nintendo 64 und ist bis heute das klarste Argument dafür, warum ein Sportspiel keinen Saisonmodus, keine Fernsehübertragungspaket und keinen lizenzierten Kader braucht, um zu funktionieren. Camelot Software Planning entwickelte es, Nintendo veröffentlichte es, und es ist der zweite Teil der Mario-Tennis-Reihe nach Mario’s Tennis. Es ist außerdem das Spiel, das Waluigi einführte und Prinzessin Daisy und Birdo zurück ins Boot holte.

A und B erledigen die ganze Arbeit

Das gesamte Spiel ruht auf einem Steuerungsschema, das zu einfach aussieht, um eine vollwertige Veröffentlichung zu tragen. Schläge entstehen durch einen oder beide der zwei Hauptknöpfe, A und B, die unterschiedlichen Spin verleihen. Drückt man einen Knopf zweimal, gewinnt der Schlag an Kraft und Spin. Drückt man die beiden in einer anderen Reihenfolge, erhält man einen ganz anderen Schlag – einen Lob oder einen Drop Shot. Drückt man beide gleichzeitig, schlägt man einen Smash.

Hält man den Knopf vor dem Kontakt länger gedrückt, landet der Schlag härter. Das ist das gesamte Vokabular, und es erzeugt sieben verschiedene Schlagtypen.

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Das Design bewirkt zwei Dinge zugleich. Neue Spieler lernen die Mechanik in Minuten. Erfahrene Spieler erhalten eine volle Bandbreite an Schlägen, um Punkte darauf aufzubauen, weshalb das System in spätere Mario-Tennis-Spiele übernommen wurde. Matches laufen als Einzel oder Doppel.

Ring Shot, Piranha Challenge und Bowser Stage

Die Nintendo-64-Version packt mehr hinein, als ein Tennisspiel braucht. Exhibition bietet ein einzelnes einfaches Match. Der Turniermodus läuft als Einzel- oder Doppel-K.-o.-Raster gegen Computergegner, wobei mit jedem Abschluss höhere Schwierigkeitsgrade freigeschaltet werden. Bestimmte Turniere, die mit spezifischen Charakteren gespielt werden, schalten neue Charaktere und Plätze frei.

Die Nebenmodi zeigen die Bandbreite des Spiels:

  • Ring Shot, aufgebaut darum, den Ball durch über den Platz verteilte Ringe zu schlagen
  • Piranha Challenge, ein Einzelspielermodus, in dem drei Piranha-Pflanzen Bälle ausspucken, die man zurückschlagen muss
  • Bowser Stage, ein Bonusmodus

Der Kader umfasst 14 Spieler. Mario, Luigi, Bowser, Peach, Toad und Donkey Kong führen ihn an. Das Geschehen ist schnell, und die Schläge tragen passende Namen – bösartige Volleys, Lobs, Rückhandschläge und aufgeladene Smashes.

Eine Companion-Version für den Game Boy Color erschien weltweit unter demselben Titel, in Japan als Mario Tennis GB. Auch diese wurde von Camelot entwickelt und enthält einen Story-Modus mit Rollenspiel-Elementen, den die N64-Version nicht hat.

Virtual Console und Nintendo Classics

Nintendo hat Mario Tennis im Umlauf gehalten. Die Nintendo-64-Version kam 2010 für die Virtual Console der Wii, 2015 für die Virtual Console der Wii U und 2021 für den Nintendo-Classics-Dienst. Die Game-Boy-Color-Version erschien 2014 für die Virtual Console des Nintendo 3DS und 2024 für Nintendo Classics.

Beide Zweige bekamen Fortsetzungen. Auf das N64-Spiel folgte Mario Power Tennis für den GameCube. Auf das Game-Boy-Color-Spiel folgte Mario Tennis: Power Tour für den Game Boy Advance.

Warum das Zwei-Tasten-System noch immer Bestand hat

Die damalige Resonanz war kritischer Beifall, mit Lob für das Gameplay, die Tiefe und die Menge an Inhalten. Das hält stand. Mario Tennis ist kein Spiel, das einen dünnen Kern hinter einem Haufen Modi versteckt – der Kern sind die Modi. Sieben Schläge aus zwei Tasten sind eine echte Design-Leistung, und das ist der Grund, warum die Serie Jahrzehnte später noch so gespielt wird.

Die Game-Boy-Color-Version ist das interessantere Artefakt für alle, die das N64-Spiel bereits gespielt haben, weil der Story-Modus und die Rollenspiel-Elemente daraus etwas anderes machen, das denselben Namen trägt. Die N64-Version ist jedoch die, die zählt. Sie ist die, die Waluigi einführte und Daisy und Birdo neu ausrichtete, und sie ist die, deren Steuerungsschema jeder spätere Teil geerbt hat.

Was Mario Tennis eine Rückkehr wert macht, ist, dass nichts darin Füllmaterial ist. Ring Shot und Piranha Challenge sind keine Anhängsel, die an einen Turniermodus geschraubt wurden; sie sind Möglichkeiten, das Schlag-System unter Druck zu üben. Der Turniermodus gibt den Freischaltungen einen Grund zu existieren. Das Aufgebot von 14 Spielern gibt einem einen Grund, weiter Turniere mit Charakteren zu spielen, die man sonst nicht wählen würde.

Eines ist anzumerken: Die Game-Boy-Color-Begleitung ist kein Port. Sie ist ihr eigenes Spiel mit eigener Struktur, und wenn man die beiden als austauschbar behandelt, wird man verwirrt sein, welche den Story-Modus hat. Es sind separate Veröffentlichungen mit separaten Fortsetzungen.

Mario Tennis verdient seinen Platz als zweites Spiel der Serie und als Vorlage für alles, was danach kam. Es ist schnell, es ist tiefgründig, wo es darauf ankommt, und es respektiert den Spieler genug, um ihm alles mit zwei Tasten beizubringen.

9,1 von 10.

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